TSV Lustnau 1888
TSV Lustnau 1888

TSV verliert Skandalspiel zu acht

(09.09.) Der TSV Lustnau hat am fünften Spieltag seine erste Niederlage kassiert. Allerdings eine höchst umstrittene. Bereits in der letzten Saison leitete Michael Keßler, Schiedsrichter des SV Hart, die Lustnauer Partie in Oberndorf mit einer merkwürdigen Spielleitung, was damals schon zu Auseinandersetzungen führte.

 

 

Heute in Hirrlingen begrüßte er heimische Zuschauer persönlich, tauchte in der Halbzeit nicht etwa in der Kabine unter, sondern hielt Schwätzchen bei den Hirrlinger Zuschauern. Auch auf dem Feld konnte man schnell den Eindruck gewinnen, dass mit zweierlei Maß gemessen wird: Niklas Kramer und Max Stauf sahen schon nach 8!! Minuten die gelbe Karte, weil sie angeblich meckerten, dabei gab es doch eigentlich noch gar nichts zu meckern.

 

Einen glasklaren Freistoßpfiff konnte auch der Schiedsrichter nicht verweigern. Tobi Nick traf, Lustnau führte nach zehn Minuten. Und legte nach: Francesco Lopergolo schoss nach einer Viertelstunde an die Latte, Niklas Kramer staubte ab – 2:0. Danach jedoch kam Hirrlingen besser ins Spiel und durch einen Angriff über die linke Offensivseite auch zum Anschlusstreffer. Der überragende Hirrlinger Manuel Zug ließ TSV-Keeper Philipp Wallochny aus kurzer Distanz keine Chance. Dann die erste krasse Fehlentscheidung: Niklas Kramer war am Gegenspieler vorbei im Strafraum, wurde klar gezogen, doch der Pfiff blieb aus. Immerhin transportierte Lustnau das Polster in die Pause, auch wenn Perica Lekavski nur knapp das 3:1 nach einem langen Ball aus der Abwehr verpasste.

 

Nach der Pause wurde es turbulent. Zunächst hätte Max Stauf nach Flanke des eingewechselten Ingmar Köhler das 3:1 für Lustnau köpfen müssen. Dann traf wieder Hirrlingen: Wieder ein Angriff über links, Direktabnahme Manuel Zug, abgefälscht, in den Winkel. Am Elfmeterpfiff zum Hirrlinger 3:2 nur wenigen Minuten später kann man nicht einmal meckern. Eren Özcan kam zu spät, foulte wieder Manuel Zug und der machte seinen dritten Treffer vom Punkt. Ein Schnitzer in der Abwehr ermöglichte Hirrlingen dann einen Konter, den Prozmann verwertete. Da blieben dem TSV noch 25 Minuten zurückzukommen.

 

Als es noch 21 waren, wurde Tobi Nick im Hirrlinger Strafraum mehr als deutlich von den Beinen geholt. Doch Elfmeter gab es natürlich nicht. Nur drei Minuten später: Freistoß Nick, Kopfball Konni Huber. Der springt an die Unterkante der Latte und geht ins Tor. Doch der Schiedsrichter sah Huber, der außerhalb des Strafraums anlief und mit Schwung kam, im Abseits. Die dritte krasse Fehlentscheidung neben vielen kleinen Fouls, die Schiri Keßler nur in eine Richtung pfiff. Der eingewechselte Marvin Rommel stocherte in der 76. Minute nach einer Standardsituation noch das 3:4 aus TSV-Sicht über die Linie. Lekavski hatte per Kopf nach Nick-Flanke gar die Chance zum 4:4, köpfte aber den Torwart an.

 

Dann begann die Kartenflut. Zunächst sah Florian Braun glatt Rot, als er an der Seitenlinie zu spät kam, der Gegenspieler sich aber auch in die Grätsche, die dem Ball galt, hineindrehte. Steve Berhane soll anschließend im Mittelfeld mit gestrecktem Fuß zu Werke gegangen sein, es gab Gelb-rot. Der Schiedsrichter wurde gegenüber Lustnauer Spielern auf dem Platz gar ausfällig, was sich TSV-Spielertrainer Lekavski nicht bieten lassen wollte. Auch er kassierte die gelb-rote Karte. Letztlich kochten die Emotionen hoch, doch am Mittwochabend war dies mehr als verständlich. Dass es nach dem Spiel mit teils deutlich angetrunkenen Hirrlinger Zuschauern noch zu Tumulten kam, war ein unschöner Abschluss eines Skandalspiels. Sicherlich kochten da auch beim ein oder anderen TSV-Zuschauer die Emotionen etwas zu hoch.

 

Doch die Hirrlinger Anhänger hatten TSV-Spieler Steve Berhane während der 90 Minute bereits mit übelsten rassistischen Beschimpfungen beleidigt – eine absolute Frechheit, die sich der TSV auch nicht bieten lassen wird. Abschließend bleibt zu hoffen, dass der Schiedsrichter die Heimfahrt nach Hart, es sind tatsächlich nur sechs Kilometer, noch geschafft hat, nachdem er nach dem Spiel ins Hirrlinger Sportheim ging. Auf dem Platz hatte er Hirrlinger Spieler ja bereits mit dem Vornamen angesprochen. Bei aller Liebe zum Sport und zum Fußball, aber bei solch offensichtlich verschobenen Spielen macht der Fußball keinen Spaß mehr!

 

Aufstellung und Statistik zum Spiel: http://www.fupa.net/spielberichte/sv-hirrlingen-1930-tsv-lustnau-2534871.html

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