TSV Lustnau 1888
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Lekavskis Treffer reicht nicht: TSV verliert Spitzenspiel

TSV beginnt stark, SSC dominiert Hälfte zwei / Lekavski trifft Latte und macht 1:1 / Zweite mit 3:1-Coup in Entringen

"Gemeinsam für: Fairplay, Toleranz & Respekt". Vor dem Spiel präsentierten beide Teams diesen Banner.

(13. Oktober) Der TSV Lustnau hat das heiß erwartetete Duell beim Stadtnachbarn und Tabellenführer SSC Tübingen mit 1:2 (1:1) verloren. Der SSC ging mit seiner ersten Torchance in Führung, doch zuvor hätte bereits der TSV führen müssen. In einer unterhaltsamen ersten Hälfte gelang dann Perica Lekavski kurz vor der Pause der Ausgleich. Sieben Minuten vor dem Ende münzte der SSC seine Überlegenheit in Durchgang zwei dann dank einer sehenswerten Direktabnahme in den 2:1-Siegtreffer um.

 

TSV-Trainer Perica Lekavski konnte erneut nicht mit der gleichen Elf wie in der Vorwoche beginnen. Rudi Ferati rückte wieder in die Startformation, ebenso wie Ingmar Bothe, der gar sein Pflichtspieldebüt im TSV-Trikot gab. Santiago Schäufele, Omar Bayo, Dennis Theis und einige mehr fehlten allerdings. Und dennoch begannen die Lustnauer stark und waren vor einer prächtigen Kulisse auf dem Holderfeld die bessere Mannschaft. Nach sechs Minuten hatte Rudi Ferati im Anschluss an einem Eckball die Führung auf dem Fuß, doch SSC-Keeper Faber sowie der Pfosten retteten im Verbund. Spätestens drei Minuten später hatten die zahlreichen TSV-Anhänger dann aber den Torschrei auf den Lippen: Flanke des starken Niklas Kramer, Faber segelt unten durch, Kopfball Lekavski - Latte! Die unmittelbar neben dem Tor postierten SSC-Fans atmeten durch.

 

Besonders über die linke TSV-Seite ging in der ersten halben Stunde einiges. Linksverteidiger Christoph Lenz und Kramer davor fanden immer wieder Räume. Nach einer guten halben Stunde dann jedoch der Nackenschlag für die Lustnauer. Nach einem Abstimmungsfehler auf der rechten Defensivseite des TSV gelang dann Ball zu SSC-Stürmer Dai, der über die Lustnauer Abwehr auf seinen Mitspieler Katsaras lupfte. Der wiederum überlobte TSV-Keeper Philipp Wallochny und konnte seinen zehnten Saisontreffer bejubeln. Danach hatte der SSC kurzzeitig Oberwasser. Nachdem Wallochny bereits geschlagen war, rettete die vielbeinige Lustnauer Abwehrreihe nach einer Hereingabe von der linken Seite gegen die Schussversuche des SSC.

 

Dann der Ausgleich - drei Minuten vor der Pause. Lenz und Kramer initierten einen Angriff über links, Lenz hinterlief, bekam den Ball wieder, ließ einen Verteidiger aussteigen und flankte. Fast wie bei der ersten Kopfball-Szene segelte der SSC-Torhüter erneut drunter durch, diesmal köpfte Lekavski anstatt an die Latte jedoch ins Tor. Und der TSV-Spielertrainer hatte sich für das Duell gegen den Ex-Klub einen besonderen Torjubel einfallen lassen. Er holte den Ball aus dem Netz und warf ihn anschließend im Stile eines Bowling-Spielers in die SSC-Kurve. Die war für's Erste verstummt.

 

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie zunächst. Mit zunehmender Spieldauer drückte der SSC, Lustnau hatte das 1:1 nun wohl unterschrieben. Die vermeintlich beste Chance wurde dem TSV aber genommen. Kramer schickte Lekavski genau im richtigen Moment in die Gasse, der wäre in der 72. Minute alleine auf das SSC-Tor zugelaufen. Dass aber der ansonsten starke Schiedsrichter Tobias Weiss zu Unrecht auf Abseits entschied, ärgerte Lekavski auch nach Spielschluss noch maßlos. Kurz zuvor wäre dem SSC beinahe ein Eigentor passiert, doch ein Verteidiger klärte noch auf der Linie. In der Folge kam der SSC zu unter lauten "SSC-SSC-SSC"-Rufen seiner Anhänger zu Chancen. Freistoß Braunsberger, starke Parade Wallochny (74.). Dai verfehlte kurz darauf den linken Obergiebel nur um wenige Zentimeter. Und dann passierte es. Der eingewechselte Wellhäuser wurde schon freigespielt und drosch den Ball per Volleyabnahme sehenswert vom Rand des Sechszehners in die lange Ecke. Wallochny war machtlos. In Lekavskis Augen hätte sein Team aufgrund der starken Anfangsphase einen Punkt verdient gehabt. Doch der SSC, das muss man anerkennen, hat eine starke Mannschaft, die speziell auf dem heimischen Holderfeld und dem Kunstrasen kaum zu schlagen ist. Das hatte auch der TSV gespürt.

 

Zu hoffen bleibt, dass sich die Verletzung von Christoph Lenz, der mit dem eigenen Mann Niklas Kramer zusammenprallte, nicht als schwerwiegend entpuppt. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) empfängt der TSV den Aufsteiger SC Azzurri Mössingen an der heimischen Bismarckstrasse. Durch den 2:0-Erfolg des TSV Altingen beim SV Wendelsheim ist der TSV in der Tabelle auf Rang drei abgerutscht.

 

So spielten Sie: Wallochny - Özcan, Tönges, Pfefferlein, Lenz (77. Braun) - Sonnberger, Ferati, Ingmar Köhler, Bothe, Kramer - Lekavski.

 

2. Mannschaft

 

Was der ersten Mannschaft nicht gelang, glückte der Elf von Coach Cesare Lupo: ein überraschender Auswärtssieg. Beim bisherigen Tabellendritten TGV Entringen lag die Mannschaft zur Pause zwar mit 0:1 zurück, belohnte sich aber mit einem 3:1-Erfolg für eine courachierte zweite Hälfte. Fatih Beder, Marius Lindenschmid und Sebastian Weitz schossen die Tore. In der Schlussphase sah ein Entringer Spieler nach einer Diskussion mit dem Schiedsrichter noch die rote Karte. Am kommenden Sonntag (13 Uhr) empfängt der TSV II den TV Derendingen II zum Stadtderby. Schon nach sechs Spielen hat Lustnau II nun mehr Punkte errungen als in der gesamten Vorrunde der Vorsaison.

 

So spielten Sie: Maier - Vetter, Lindenschmid, Weber, von Stieglitz - Jöchner, Lopergolo, Breitfeld, El Maatoui, Grupp - Yavuz. Eingewechselt: Röger, Beder, Weitz.

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